Der Fruchtfolgegarten, Realisierung 2011-13


Ein Hauptanliegen ist die Erlebbarmachung des Bauernhofes als individueller Organismus.
Organismus weil die verschiedenen Organe des Hofes –z.B. Ackerbau, Tierhaltung, Landschaft mit Hecken, Gewässern etc., Orts- und Großraumklima, der Boden mit seinem Gestein wie einzelne Organe zusammenwirken um diesen Hof zu ermöglichen; und individuell, weil immer einzigartig in seiner Ausgestaltung und Einbettung in seinen Ort: die Landschaft, das Klima, Pflanzen und Tier und natürliche die Menschen die im Hof leben und arbeiten und vom Kleinsten bis zum Größten die Wirtschaftsweise und die Stimmung vor Ort prägen... alles spielt in die Qualität eines Ortes hinein.

Ein Organ des Bauernhofes ist der Erdboden. Damit die Lebensgemeinschaft im Boden und damit auch tendenziell die Pflanzen sich gesund entwickeln, ist die Fruchtfolge von großer Bedeutung. Gerade in der ökologischen Wirtschaftsweise ist die Fruchtfolge so etwas wie das Zünglein an der Waage für den Erfolg oder Misserfolg: wenn die Folge der Früchte in ihren Qualitäten ausgeglichen und ortsangepasst ist und der Boden durch sie lebendig gehalten wird, steigert sie die Fruchtbarkeit im Verein mit guter Düngung, geeigneter Bodenbearbeitung und termingerechten
Arbeiten. Ist die Fruchtfolge unharmonisch kommen Mangelerscheinungen bzw. Pflanzenkrankheiten häufiger bzw. mit schwerwiegenderem Verlauf vor.
Die Folge der Fruchtarten ist auf einem Acker nur schwer zu sehen, dauert es doch je nach Fruchtfolge 3 - 7 oder sogar auf manchen Höfen 12 Jahre, bis alle Früchte auf ihm gewachsen sind.
Der Fruchtfolgegarten macht das aufeinander Folgen sichtbar und ist dadurch Ort der besonderen Bauernhof-Wahr-Nehmung. Hier kann ein Einblick in die Ackerwirtschaft anschaulich gegeben werden und auch die handwerkliche Arbeit –teils mit Pferden- erlebt und vielleicht selbst gemacht werden. Schulklassen können einen Pferdepflug durch den Boden ziehen oder erleben wie Pferde diese tun, einen Getreideschlag einsäen, mit abernten, das Getreide von Hand dreschen und daraus Brot backen und auch die Stoppelbearbeitung machen oder miterleben.


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