Landwirtschaftspolitik

Leider ist die Agrarpolitik zusammen mit der Bildungspolitik eine Festung der Planwirtschaft westlicher Prägung.
Beides ist Unsinn, da die Menschen heute mündig und verantwortungsbewusst genug und näher dran am Geschehen sind als der Staatsapparat.


Was die Landwirtschaft betrifft ist die Planwirtschaft ein ökologisches, soziales und ökonomisches Desaster:

-ökologisch weil allergrößten, teils massenorientierte Erzeugung subventioniert wird. Das heißt, das mit viel Energieaufwand Stickstoffdünger produziert wird. Die einseitige auf Massenerträge ausgerichtete Züchtung und Anbauweise ergibt krankheitsanfällige Pflanzen, welche oft nur mit Pestizideinsatz angebaut werden können. Wie das Nitrat aus der Stickstoffdüngung gelangen diese Gifte ins Grundwasser und beeinträchtigt auch die Lebensmittelqualität. Schwere Maschinen verursachen Bodenschäden in Tiefen, für deren Wiederbelebung Jahrzehnte, teils Jahrhunderte notwendig sein werden, da in diesen Tiefen wenig Leben hinkommt (90% des Bodenlebens spielt sich im etwa handtiefen Oberboden ab).

-sozial erstens, weil die Überschüsse (durch die EU subventioniert!) auch Agrarmärkte in ärmeren Ländern fluten und dort die Bauern vom Markt gedrängt werden und zweitens wird der Mensch weltweit aufgrund steigenden Technikeinsatzes aus der Landwirtschaft gedrängt und die wenigen Arbeitsplätze sind oft sehr einseitig (i.G. zur kleinstrukturierten, vielfältigen Landwirtschaft, die derzeit nur wenig effektiv subventioniert wird und unter der marktverdrängenden Wirkung der Massenproduktion leidet).

-ökonomisch, da Milliarden in teure Massenproduktionsanlagen und riesige Maschinenparks fließen, in eine industrialisierte Landwirtschaft, die von informierten Verbrauchern zumeist nicht gewünscht wird und die Natur ausbeutet, die Fruchtbarkeit mindert und Überschwemmungen fördert (Bodenverdichtung!). Die Landwirte werden dabei von der Subventionspolitik, den Banken und den Agrarkonzernen abhängig.


Eine einfache und weitaus kostengünstigere Subventionierung wäre ein Art Grundeinkommen für Menschen, die von der Landwirtschaft leben: nicht Massenerzeugung und Maschinenparks, sondern Menschen werden dadurch gefördert und diese geförderten Landwirte werden sich von selbst näher an den Bedürfnissen der Verbraucher orientieren, da sie nicht mehr Subventionen für einseitige Massenproduktionen bekommen...


Bei jedem Essenseinkauf geben wir einen Auftrag an Händler, Verarbeiter und Erzeuger: das wollen wir so, weiter so! Wenn wir das berücksichtigen, können wir täglich etwas beeinflussen: gentechfrei, fair, bio, demeter und ganz, ganz wichtig: regional und die Krönung: von Bauern erzeugt, die wir kennengelernt haben und deren Wirtschaftsweise wir unterstützen wollen! (denn auch im Biosektor machen sich Betriebe breit, die zu sehr auf Gewinne aus sind... ...aber trotzdem ist das Biosiegel hilfreich, denn wenn Bio eingekauft wird, ist das ein wichtiges Signal! Die Aussage "bei bio wird ja eh geschummelt..." nur eine leider beliebte Ausrede, um keine Gewohnheiten ändern zu müssen...)


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